Gespächstherapie
Die Gesprächstherapie von Carl Rogers (1902-1987) geht davon aus, dass jeder Mensch gut
und einzigartig ist und sich weiterentwickeln möchte. Nach Rogers ist die
Grundhaltung des Therapeuten wichtig, der sich an folgende Werte
halten sollte:
Akzeptanz und Wertschätzung der gesamten Person des Klienten
Echtheit und Authentizität des Therapeuten
Empathie und nicht-wertendes Eingehen auf den Klienten
Der Therapeut geht nicht bestimmend vor, versucht nicht zu beeinflussen, d.h.
es findet keine Konfrontation mit dem Therapeuten selbst statt.
Gestalttherapie
Die von Fritz Perls (1893-1971) begründete Gestalttherapie versucht durch das
Hier-und-Jetzt-Prinzip, die aktuelle Repräsentanz vergangener unerledigter Gestalten
bewusst zu machen:
Wie wirkt die Vergangenheit auf das jetzige Erleben und Verhalten ein?
Welche Kräfte, welche Situationen gab es damals zum Zeitpunkt des traumatischen Erlebnisses?
Und wie steht die Person heute da, im jetzigem Umfeld mit dem damaligen Erlebnis?
Dabei ist die gegenwärtige Erinnerung und Empfinden eines Menschen an das vergangene Geschehen
wichtiger für die gegenwärtige Entwicklung der Persönlichkeit, als das
vergangene Geschehen an sich und wie es sich genau abgespielt hat.
Gestalt- und Gespächstherapie
Beide Methoden gehören zu den Humanistischen, dem Menschenbild zugeneigten
Psychotherapien. Durch die Gestalt- und Gespächstherapie lassen sich
Erkenntnisse aus bisherigen Erfahrungen gewinnen, die ein Auflösen eines
Problems durch Bewußtwerden der Zusammenhänge ermöglichen. Das Wiederholen
von Erfahrungen ist damit nicht mehr notwendig.
Beide Verfahren werden von Psychotherapeuten, die Anhänger der klassischen
Psychoanalyse nach Freud sind, im Prinzip abgelehnt. Ich sehe das nicht
dogmatisch, sondern suche für meine Patienten immer nach der für die Person
und deren aktuelle Situation geeigneten Methode.